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Unser 1. Stock-Car- Rennen in Martfeld im Jahre 2006...danach folgte unser 2. im Jahre 2007
Unser 4. Stock-Car- Rennen in Martfeld im Jahre 2009
Martfelder gründen eigenen Stockcar-Club / Rennen in Kleinenborstel am 5. und 6. September
„Das ist sicherer als Fußball“
25.08.09|Bruchhausen/Vilsen
Martfeld - (ah) n Beim Stockcar-Rennen geht es doch nur darum, die Autos kaputt zu fahren. Christian Kiebler kann es nicht mehr hören – und räumt deshalb gleich auf mit diesem Vorurteil. „Es ist ein angesehener Sport“, sagt Kiebler und fügt hinzu: „Mit kaputten Autos könnten wir doch gar keinen Wettbewerb gewinnen.“
Stockcar-Pyramide: Acht der eingetragenen zehn Mitglieder des Stockcar-Clubs Martfeld. Fotos (4): Hapke
„Wir“, das sind die Mitglieder des Stockcar-Clubs Martfeld. Kiebler und seine zurzeit 15 Mitstreiter haben ihn vor kurzem gegründet, um mehr Leute anzusprechen und den Sport weiter voranzubringen. In der Szene hingegen sind Kiebler & Co keine Unbekannten mehr. Zum vierten Mal in Folge veranstalten sie am Sonnabend und Sonntag, 5. und 6. September, ihr Stockcar-Rennen. Im kommenden Jahr soll es der fünfte Wettbewerb der Nordwestdeutschen Meisterschaften sein.
„Wir fahren schon jetzt nach den Regeln der Nordwestdeutschen Meisterschaften“, erklärt der 24-Jährige. Punkte gibt es pro überstandener Runde und dafür, dass man das Auto des Gegners dreht oder auf das Dach legt. „Die Feuerwehr dreht einen aber sofort wieder um“, sagt Kiebler. Nur beim Rodeo, an dem die Fahrer auf freiwilliger Basis am Ende eines Wettbewerbstages teilnehmen, gewinnt der, dessen Fahrzeug die Jagd auf vier Rädern übersteht.
Man muss schon ein Experte sein oder viel Fantasie aufbringen, um in den umgebauten Autos das Originalfabrikat zu erkennen. Kieblers Kiste etwa soll mal ein Opel Corsa gewesen sein. Jetzt ist der Wagen bis auf den Fahrersitz komplett entkernt. Dafür kommen Tank und Kühler ins Innere des Autos. Dass sie dort ebenso geschützt sind wie der Fahrer, dafür sorgt ein genormter Käfig, der von innen die Karosserie verstärkt. Auch Querlenker und Achsen werden zusätzlich stabilisiert. „Den Autos kann nichts passieren. Höchstens mal dem Motor, aber der ist ruckzuck ausgetauscht“, erklärt Kiebler, der sämtliche Umbau- und Schweißarbeiten in einer angemieteten Scheune erledigt. Er hat es sich im Laufe der Jahre selbst beigebracht. Beruflich arbeitet er in einem Getränkehandel.
Die Fahrer sitzen mit Helm, feuerfesten Anzügen, Handschuhen, Stiefeln und Halskrause hinterm Steuer, angeschnallt mit einem Hosenträgergurt. „Das Ganze ist sicherer als Fußball spielen“, behauptet Kiebler und führt das Beispiel eines Fahrers an, der seit 16 Jahren dabei ist: „Der hat sich bislang ein Mal den Daumen geprellt.“ Die 28-jährige Daniela Kiebler bestätigt ihren Bruder: „Ich fahre seit drei Jahren. Mir ist noch nichts passiert.“
Warum er ausgerechnet auf Stockcar-Rennen gekommen ist, kann Kiebler nicht sagen. Wohl aber, was er an dem Sport so schätzt: „Es ist die tolle Gemeinschaft und die Fairness. Jeder hilft jedem, auch wenn er ein Gegner ist.“ Besonders stolz ist Kiebler auf die Freundschaft mit dem MSC Niedernstöcken. Der Verein habe bei ebay sogar Fahrten mit einem seiner Autos versteigert, um den Martfeldern mit dem Erlös bei der Ausrichtung ihres Rennens unter die Arme zu greifen.
Unterstützung erfahren die Stockcar-Fans auch durch heimische Landwirte: durch Friedel Ehlers, der den Parcours für das Rennen im Kiwitt in Kleinenborstel hergerichtet hat, und durch Johann Meyer, der sein Feld bislang für die Veranstaltungen zur Verfügung stellte. „In diesem Jahr geht das wegen der Fruchtfolge nicht“, erklärt Kiebler. Die Martfelder Rennen beginnen an beiden Tagen um 11 Uhr. Die Teilnehmer gehen in den Klassen bis 1,5 Liter, 1,9 Liter und mehr als 1,9 Liter Hubraum an den Start. Für Sonntag, 17 Uhr, ist die Siegerehrung vorgesehen. Eine große Zeltfete mit DJ steigt am Sonnabend um 19 Uhr.Wer ohne eigenes Fahrzeug dabei sein möchte, kann als Beifahrer in ein „Stock-Car-Taxi“ steigen.
Viertes Stockcar-Rennen in Martfeld
Auto fuhr auch auf drei Rädern
07.09.09|Bruchhausen/Vilsen
Bruchhausen - KLEINENBORSTEL (ine) n Der Blick fällt auf die Windschutzscheibe. Oder dahin, wo sie eigentlich sitzen sollte. Denn da ist nur ein Gitter, mehr nicht. Dem Gefährt, das mal ein Golf war und sich Auto nannte, fehlen auch alle anderen Fenster und all das, was den Innenraum eines Wagens ausmacht.
Den meisten Autos sah man gestern an, dass sie am Wochenende gelitten hatten.
Die Autorin dieses Artikels sitzt in einem Stockcar, genauer gesagt im „Stockcar Taxi“. Und diese Autos sind für rasante Rennen auf holprigen Pisten flott gemacht. Den Dienst im normalen Straßenverkehr haben sie lange hinter sich gelassen. Der Stockcar-Club (SCC) Martfeld lud am Wochenende zum vierten Mal zum „Stockcar-Rennen“ nach Kleinenborstel ein. Dort drehten nicht nur die Frauen und Männer aus den teilnehmenden Clubs aus Martfeld, Niedernstöcken, Achim und Bramsche ihre staubigen Runden. Wer mochte, durfte in den Renn-Pausen im „Stockcar Taxi“ einige Runden als Beifahrer mitfahren – und das Stockcar-Feeling aus nächster Nähe erleben.
In einen Blaumann gekleidet („denn es kann auch mal dreckig werden“, warnt Mit organisator Armin Kiebler), mit Halskrause und Helm ausgestattet und sicher angeschnallt, geht’s los. Am Steuer sitzt Markus Allrich. Und er verspricht, das Ganze sachte anzugehen. Dennoch: Runde um Runde gibt er mehr Gas, der Pistenstaub spritzt in den Wagen. Das Auto, wie alle Stockcars nicht gerade für die Fortbewegung auf zerfurchten Äckern gebaut, wühlt sich tapfer und ohne Unterlass durch den Dreck.
Das rasante Fahrgefühl, das sich einstellt, ist spannend und ganz und gar nicht Angst einflößend. Doch wenn man sich vorstellt, dass sich die Stockcar-Fahrer mit ihren Autos nur allzu gerne berühren, anschieben, in Drehungen versetzen und sich dann auch noch gegenseitig aufs Dach legen, wird einem schon mulmig zumute. Eine Erfahrung ist es jedenfalls wert, ein paar Runden in dem gänzlich ausgehöhlten Wagen mitzufahren, unter dessen Haube sich nur noch der Motor befindet.
Die Profis starten je nach Hubraumgröße in zwei Klassen. In jeweils 20-minütigen Durchgängen gilt es, möglichst viele Punkte zu sammeln. Wer einen anderen Wagen zum Drehen bringt, bekommt 15 Punkte. Wer ein anderes Auto so heftig berührt, dass es auf dem Dach landet, sammelt 30 Zähler. Und wer den Vorderwagen anschiebt, weil er aus eigener Kraft nicht mehr starten kann, erhält Fairness-Punkte.
25 Stockcar-Fahrer kämpften in Martfeld um Punkte und Trophäen. Ihnen ging es vor allem um den Spaß und die Fairness untereinander. „Die letzten beiden Autos sind erst letzte Nacht fertig geworden“, so Kiebler. Seine Kinder Daniela und Christian fuhren beide mit. Das Engagement aller jungen Leute im SCC Martfeld findet er gut: „Es ist toll, was die sich hier für Kenntnisse aneignen.“ Denn wer ein Stockcar-Fahrer ist, muss auch an seinem Wagen schrauben, basteln und ihn im Ernstfall schnell wieder flott machen können.
Einer der Höhepunkte des Rennens war das „Distraction Derby“ am Sonntag. Dieses Rennen wird nicht unterbrochen, wenn ein Auto liegen bleibt oder im Graben landet. Es geht so lange weiter, bis ein Wagen übrig bleibt. Zuschauer und Fahrer hatten gleichermaßen ihren Spaß. Nicht so spaßig allerdings war das Rennen für zwei Streckenposten, die stets auf Strohballen stehen, was ein gewisses Sicherheitsrisiko birgt. Zwei der Posten fielen am Sonntag in unterschiedlichen Situationen von den Strohballen, einer von ihnen stürzte so unglücklich auf den Rücken, dass er mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum Bremen-Mitte geflogen wurde.
Dennoch: Das Rennen ging, wenn auch verzögert, weiter. Und wer die Autos bereits am Sonnabend gesehen hatte, durfte am Sonntag feststellen: Sie hatten in der Zwischenzeit ganz schön gelitten, fuhren aber immer noch. Und eines von ihnen war sogar nur noch auf drei Rädern unterwegs . . .
4. Stockcar-Treffen in Martfeld
Dienstag, 08. September 2009, 13:34 Uhr
Martfeld (aw). Als Reporter ist man wetterfest, Regen, Sonne, Schnee und Kälte gehören zum Alltag. Ab und zu wird man auch zu waghalsigen Aktionen im Rahmen seiner Arbeit eingeladen. Beim Stockcar-Rennen in Martfeld stand das Stockcar-Taxi für Besucher bereit, einmal selber das Feeling von Staub, Fahrtwind und durch die Kurven driften zu erleben. Nach dem Pressegespräch drehte ich meine Runden als Beifahrer. Die Profis kämpften um Punkte und den Tagessieg.Beim vierten Stockcar-Rennen in Martfeld gingen knapp 30 Autos an den Start. Wobei der Begriff Auto etwas übertrieben ist. Motor, sichere Fahrgastzelle (Käfig) etwas Blech und vier Reifen viel mehr war an den Wagen nicht mehr dran. So drehten sie ihre Runden auf dem Acker. Ziel war es möglichst viel Runden innerhalb der 20-minütigen Rennzeit zu drehen. Pro Runde gab es fünf Punkte. Für das drehen eines Mitstreiters notierten die Punktezähler weitere 15. Schaffte ein Fahrer einen anderen aufs Dach zu kippen kassierte er 30 Punkte. Trotz aller Härte gab es auch die Kategorie Fairness. Wer ein stehendes Fahrzeug anschob kassierte fünf Punkte. „Es ist reines Geschicklichkeitsfahren“, sagte Armin Kiebler vom veranstaltenden Stock Car Club Martfeld (SCC). In den Kurven bildeten sich schnell Furchen. Auch beim drehen des Vordermannes mussten die Piloten die richtigen Stellen kennen. „Wenn ein Fahrer genau auf die Achse drauffährt, dann ist sie verbogen und das Rennwochenende ist beendet“, erklärte Kiebler. Solche Reparaturen sind in den mobilen Werkstätten unter dem Pavillon nicht möglich. Kleinere Schäden, meisten Beulen die schleiften, behoben die Fahrer und Helfer im Innenfeld. Zwischen den drei Wertungsläufen schraubten die Teams an ihren Wagen, Hauptsache zum nächsten Wertungslauf kann man den Start fahren.
Stockcar-Experten und Neugierige ließen sich das Spektakel in Martfeld-Kleinenborstel nicht entgehen. Für ganz Mutige hatte der SCC extra ein Wagen zum Taxi umgebaut. Im Gegensatz zu den Rennwagen befand sich ein zweiter Sitz im Auto. Mit Helm, Nackenstütze und im Blaumann nahmen die Fahrer vom Veranstalter Gäste und Reporter mit.
Unterwegs mit einem Auto ohne Fenster
Der Blick fällt auf die Windschutzscheibe. Oder dahin, wo sie eigentlich sitzen sollte. Denn da ist nur ein Gitter, mehr nicht. Wie auch dem Gefährt, das mal ein Golf war und sich Auto nannte, alle anderen Fenster und all das, was den Innenraum eines Wagens ausmacht, fehlt. Die Autorin dieses Artikels sitzt in einem „Stock Car“, genauer gesagt im „Stock Car Taxi“. Und diese Autos sind für rasante Rennen auf Äckern flott gemacht. Den Dienst im normalen Straßenverkehr haben sie alle lange hinter sich gelassen. Der Stock Car Club (SCC) Martfeld lud am vergangenen Wochenende bereits zum vierten Mal zum „Stock Car Rennen“ nach Kleinenborstel ein. Hier drehten nicht nur die Frauen und Männer aus den teilnehmenden Clubs aus Martfeld, Niedernstöcken, Achim und Bramsche ihre staubigen Runden. Wer mochte, durfte in den Renn-Pausen im „Stock Car Taxi“ ein paar Runden als Beifahrer mitfahren – und das Stock Car-Feeling aus nächster Nähe erleben. In einen Blaumann gekleidet („denn es kann auch mal dreckig werden“, warnte Armin Kiebler), mit Halskrause und Helm ausgestattet und sicher angeschnallt, geht’s los. Am Steuer sitzt Markus Allrich. Und er verspricht, das Ganze sachte anzugehen. Dennoch: Runde um Runde gibt er mehr Gas, der Pistenstaub spritzt in den Wagen. Das Auto, wie alle Stock Cars nicht gerade für die Fortbewegung auf zerfurchten Äckern gebaut, wühlt sich tapfer und ohne Unterlass durch den Dreck. Das rasante Fahrgefühl, das sich einstellt, ist spannend, interessant und ganz und gar nicht Angst einflößend. Dennoch: Wenn man sich vorstellt, dass die Stock Car-Fahrer sich mit ihren Autos nur allzu gerne berühren, anschieben, in Drehungen versetzen und sich dann auch noch gegenseitig aufs Dach legen, wird einem schon mulmig zumute. Dennoch: Eine Erfahrung ist es wert, in einem „Stock Car Taxi“ mitzufahren. Denn ein paar Runden in dem gänzlich ausgehöhlten Wagen, unter dessen Haube sich nur noch der Motor befindet, ist schon eine Erfahrung wert. Die Profis dagegen starten je nach Hubraumgröße in zwei Klassen. In jeweils 20-minütigen Durchgängen gilt es, möglichst viele Punkte zu sammeln. Wer einen anderen Wagen zum Drehen bringt, bekommt 15 Punkte. Wer ein anderes Auto so heftig berührt, das es auf dem Dach landet, bekommt 30 Punkte. Und wer den Vorderwagen anschiebt, weil er aus eigener Kraft nicht mehr starten kann, erhält Fairness-Punkte. Insgesamt 25 Stock Cars kämpften um Punkte und Trophäen. Vor allem geht es den Beteiligten aber um den Spaß und die Fairness untereinander. „Die letzten beiden Autos sind erst letzte Nacht fertig geworden“, erzählte Armin Kiebler am Sonnabend. Seine Kinder Daniela und Christian fahren beide mit. Das Engagement aller jungen Leute im SCC Martfeld findet er gut: „Es ist toll, was die sich hier für Kenntnisse aneignen.“ Denn wer ein Stock Car-Fahrer ist, muss auch an seinem Wagen schrauben, basteln und ihn im Ernstfall schnell wieder flott machen können. Einer der Höhepunkte des Rennens war das „Distraction Derby“ am Sonntag. Hierbei wird das Rennen nicht unterbrochen, wenn ein Auto liegen bleibt oder im Graben landet. Es geht so lange weiter, bis nur noch ein Wagen fährt. Dabei haben Zuschauer und Fahrer gleichermaßen ihren Spaß. Nicht so spaßig allerdings war das Rennen für zwei Streckenposten: Diese stehen stets auf Strohballen, was ein gewisses Sicherheitsrisiko birgt. Zwei der Posten fielen am gestrigen Sonntag in unterschiedlichen Situationen von den Strohballen, einer von ihnen stürzte so unglücklich auf den Rücken, dass er mit dem Rettungshubschrauber ausgeflogen wurde und der Renntag für ihn im Klinikum Bremen-Mitte endete. Dennoch: Das Rennen ging, wenn auch verzögert, weiter. Und wer die Autos bereits am Sonnabend gesehen hatte, durfte am Sonntag feststellen: Sie hatten in der Zwischenzeit ganz schön gelitten. Fuhren aber immer noch. Und einer von ihnen war sogar nur noch auf drei Rädern unterwegs …
- Erschienen in der Kreiszeitung Syke im September 2009 -